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Aktive/passive Verankerungsbemessung in Nürnberg – Geotechnische Sicherung von Baugruben

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Die Gründungsverhältnisse in Nürnberg könnten kaum unterschiedlicher sein: Während das Knoblauchsland im Norden auf mächtigen Sandböden ruht, die oberflächlich schnell abtrocknen, kämpft man entlang der Pegnitzauen mit setzungsempfindlichen Auenlehmen und hohen Grundwasserständen. Diese geologische Bandbreite prägt die Anforderung an jede Verankerungsbemessung. Ein Standardansatz, der in Langwasser funktioniert, kann an der Wöhrder Wiese bereits kritisch werden. Die Bemessung aktiver und passiver Ankersysteme in Nürnberg muss deshalb immer mit einer profunden Erkundung des anstehenden Keuper-Untergrunds und der quartären Deckschichten beginnen. Für die Ermittlung der Bodenkennwerte in den tiefen Horizonten setzen wir vorab auf eine gezielte SPT-Bohrung, die uns verlässliche Lagerungsdichten und die nötige Mantelreibungsansätze liefert.

Die korrekte Bemessung eines Litzenankers im Nürnberger Burgsandstein ist eine Frage der lokalen Erfahrung, nicht allein der normativen Rechenmodelle.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

An einer Großbaustelle nahe des Nürnberger Hauptbahnhofs standen die Ingenieure kürzlich vor einer diffizilen Aufgabe: eine 9 Meter tiefe Baugrube mit rückverankerter Trägerbohlwand, direkt angrenzend an historische Bausubstanz aus dem 18. Jahrhundert. Der Baugrund zeigte eine Wechselfolge aus verwittertem Sandstein und eingelagerten Tonsteinbänken – klassischer Burgsandstein, wie er für den Nürnberger Untergrund typisch ist. Die aktive Verankerungsbemessung musste hier nicht nur die rechnerische Bruchlast nach DIN EN 1997-1 abdecken, sondern auch die maximale Verformung auf unter 15 Millimeter begrenzen, um Setzungsschäden am Nachbargebäude auszuschließen. Bei solch komplexen Randbedingungen ergänzen wir die Planung mit einem CPT-Versuch, um den Schichtenverlauf zentimetergenau aufzulösen und die Ankerlängen optimal abzustufen.
Aktive/passive Verankerungsbemessung in Nürnberg – Geotechnische Sicherung von Baugruben
Technische Referenz — Nuremberg

Lokale Besonderheiten

Nürnberg liegt mit einer mittleren Höhe von 309 Metern über NN in einem tektonisch moderat beanspruchten Becken, doch die ausgeprägte Talkante der Pegnitz birgt ein oft unterschätztes Risiko: Hangwasserzüge und Schichtquellen im Übergang vom Sandstein zum Tonstein. Ein unzureichend bemessener passiver Anker oder eine fehlerhafte Injektion kann hier zu schleichenden Kriechverformungen führen, die erst Wochen nach dem Aushub sichtbar werden. Der zweite kritische Punkt ist der hohe Grundwasserspiegel im Pegnitztal. Bei Starkregenereignissen, wie sie im Juli 2023 in der Region auftraten, steigt der Porenwasserdruck innerhalb weniger Stunden sprunghaft an. Die Bemessung muss deshalb konsequent den Lastfall Hochwasser berücksichtigen. Ein dauerhaftes Monitoring der Ankerkräfte während der gesamten Bauphase ist daher für zentrumsnahe Projekte in Nürnberg unverzichtbar.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN EN 1537:2014-07 – Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker, DIN 1054:2021-04 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN 4125:2020-08 – Verpressanker – Kurzzeitanker und Daueranker

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Nachweiswiderstand (Ra,d)Nach DIN EN 1997-1 und DIN 1054
BemessungslebensdauerTemporär (≤ 2 Jahre) oder dauerhaft (≥ 100 Jahre)
KorrosionsschutzklasseKlasse I (temporär), Klasse II (dauerhaft, z. B. Schrumpfschlauch)
Prüflast (Eignungsprüfung)1,25 × Bemessungslast (aktiver Anker)
Ankerneigung20° bis 30° gegen die Horizontale (Standard)
Verpressdruck3 bis 10 bar, je nach Gebirgsdurchlässigkeit
Zulässige Verformung am Ankerkopf≤ 1 % der Krafteinleitungslänge (strenger bei Bestand)

Fragen und Antworten

Wann wird in Nürnberg eine aktive Verankerung einer passiven vorgezogen?

Aktive Anker kommen zum Einsatz, wenn die Verformungen begrenzt werden müssen, etwa bei tieferen Baugruben neben Bestandsgebäuden in der Nürnberger Altstadt. Sie werden vorgespannt und nehmen die Erddruckkraft unmittelbar auf. Passive Anker, wie Bodennägel, wirken erst über die Relativverschiebung des Bodens und eignen sich eher für Nachgründungen oder Böschungssicherungen in weniger sensiblen Randbereichen.

Welche Rolle spielt der Burgsandstein bei der Ankerauslegung?

Der Burgsandstein, ein Sandstein-Keuper, ist das prägende Festgestein im Nürnberger Untergrund. Seine Verwitterungsgrade variieren stark. In entfestigten Zonen kann die Mantelreibung drastisch abfallen, was längere Verankerungsstrecken oder eine Nachverpressung erfordert. Wir bestimmen die tatsächliche Gesteinsfestigkeit im Vorfeld durch Bohrungen mit Kerngewinn.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Verankerungsbemessung rechnen?

Die Planungs- und Bemessungskosten für ein Ankerkonzept in Nürnberg bewegen sich projektabhängig zwischen €920 und €3.720. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Ankerlagen, dem Aufwand für die FE-Modellierung und dem Umfang der erforderlichen Baugrunderkundung.

Müssen temporäre Bauanker auch nach der Nutzung entfernt werden?

Temporäre Anker mit einer Lebensdauer von unter zwei Jahren können nach dem Rückbau der Baugrube entspannt und gezogen werden, sofern dies statisch zulässig ist. In vielen Nürnberger Projekten verbleiben sie jedoch im Boden, wenn die Korrosionsschutzklasse I dies zulässt und keine Fremdkörper im Untergrund stören. Daueranker müssen dagegen dauerhaft korrosionsgeschützt sein.

Standort und Servicegebiet

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