Nürnbergs Untergrund ist eine Mischung aus quartären Talfüllungen der Pegnitz, Keuper-Verwitterungslehmen und den anstehenden Sandsteinkeuper-Schichten. Auf 309 Metern über NN treffen hier wechselnde Wassergehalte auf bindige Horizonte, deren Plastizität oft unterschätzt wird. Gerade in Stadtteilen wie Langwasser, wo in den 1950er-Jahren großflächig aufgeschüttet wurde, oder entlang der alten Ludwig-Donau-Main-Kanal-Trasse entscheiden die Atterberg-Grenzen darüber, ob ein Boden bei Wasserzutritt tragfähig bleibt. Wir bestimmen Fließ- und Ausrollgrenze nach DIN 18122, ergänzt durch die Korngrößenanalyse, um die Feinanteile zu quantifizieren, und den Triaxialversuch, wenn die Scherparameter des gleichen Materials unter konsolidierten Bedingungen gefragt sind.
Die Plastizitätszahl ist kein abstrakter Laborwert — sie steuert in Nürnberg direkt die Wahl zwischen Bodenaustausch und Kalkstabilisierung.



