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MASW / VS30 Messung in Nürnberg – Scherwellengeschwindigkeit nach DIN 7400-2

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Nürnbergs Untergrund ist ein geotechnisches Archiv der Stadtgeschichte. Vom Burgsandstein der Altstadt bis zu den quartären Talfüllungen der Pegnitz überlagern sich tragfähige und setzungsempfindliche Schichten auf engstem Raum. Die VS30-Klassifizierung nach DIN EN 1998-1 ist hier keine Formalität, sondern ein kritischer Planungsparameter. Unser Team setzt die MASW-Messung ein, um Scherwellengeschwindigkeiten bis 30 Meter Tiefe berührungslos zu profilieren. Wir kombinieren aktive und passive Quellen für eine durchgängige Auflösung, gerade in den locker gelagerten Sanden südlich des Hauptbahnhofs. Wo alte Auelehm-Linsen den Untergrund prägen, liefern wir belastbare Vs30-Werte für den rechnerischen Nachweis der Erdbebensicherheit.

Die Vs30 ist in Nürnberg selten eine Konstante über die Fläche – schon 50 Meter lateraler Versatz können die Baugrundklasse wechseln.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Der Kontrast zwischen Nürnbergs Stadtteilen zeigt die Bandbreite der Baugrunddynamik. Im Norden dominieren verwitterte Keupersandsteine mit Vs-Werten oft über 400 m/s – eine stabile Basis für konventionelle Flachgründungen. Drei Kilometer südlich, im Knoblauchsland, fallen die Werte in den holozänen Talsedimenten auf unter 180 m/s ab. Hier entscheidet die korrekte Vs30-Ermittlung über die Gründungstiefe. Unser MASW-Verfahren arbeitet mit 24-Kanal-Geophonen und einer Auswerteroutine, die Dispersionskurven automatisch mit der Monte-Carlo-Inversion abgleicht. Die Methode ist durch unsere DAkkS-Akkreditierung abgesichert und eignet sich dort, wo Sondierungen nicht tief genug reichen oder der Platz für schwere Geräte fehlt. Für heterogene Profile ergänzen wir die Messung mit seismischer Refraktion, um laterale Geschwindigkeitswechsel präzise zu verorten.
MASW / VS30 Messung in Nürnberg – Scherwellengeschwindigkeit nach DIN 7400-2
Technische Referenz — Nuremberg

Lokale Besonderheiten

Das Regnitztal bringt eine spezifische geotechnische Unsicherheit mit: Der Grundwasserspiegel schwankt saisonal um mehrere Meter, und bindige Deckschichten täuschen oft Tragfähigkeit vor. Unter gesättigten Auelehmen können locker gelagerte Sande liegen, die bei dynamischer Belastung zur Verflüssigung neigen. Eine rein auf SPT-Schlagzahlen gestützte Bewertung übersieht diesen Effekt leicht. Die MASW-Messung erfasst die Steifigkeit des gesamten Schichtpakets bei kleinen Dehnungen – genau den Zustand, der bei Erdbeben relevant ist. Unsere Auswertung liefert Vs-Tiefenprofile, die als Eingangsgröße für die Boden-Bauwerk-Interaktion nach EC8 dienen. In Randbereichen des Beckens, wo der Felshorizont unregelmäßig abfällt, kombinieren wir mehrere Array-Auslagen, um die räumliche Variabilität der Vs30 zu erfassen.

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Geltende Normen

DIN EN 1998-1:2010-12 (Eurocode 8, Teil 1) mit nationalem Anhang, DIN 7400-2:1974-12 (Ramm- und Rüttelverfahren, Bodenklassifikation), DGGT-Empfehlung Nr. 10: Geophysikalische Messungen im Baugrund

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Messtiefe30 m (aktiv/passiv kombiniert)
Geophon-Abstand1,0–2,0 m (Linear-Array)
QuelltypVorschlaghammer / Umgebungserschütterung
Frequenzbereich3–80 Hz (Oberflächenwellen)
AuswertungMASW 2D / Inversion mit Vs-Profil
Normative BasisDIN EN 1998-1 / NA, DIN 7400-2

Fragen und Antworten

Wie tief kann eine MASW-Messung in Nürnbergs Talsedimenten auflösen?

Mit kombinierter aktiver und passiver Quelle erreichen wir in der Regel 30 Meter Tiefe. In den quartären Füllungen des Pegnitztals, wo die Dämpfung moderat ist, sind auch 35 Meter möglich. Entscheidend ist die Länge des Geophon-Arrays – wir arbeiten mit Auslagen von 46 bis 69 Metern, um die notwendige Wellenlängenabdeckung zu erzielen.

Welche Vs30-Werte sind in Nürnberg typisch?

Das variiert stark mit der Geologie. Auf den Burgsandstein-Höhen messen wir meist Vs30-Werte zwischen 350 und 500 m/s (Baugrundklasse B). In den Talfüllungen der Pegnitz und Rednitz liegen die Werte zwischen 180 und 300 m/s (Klasse C). Vereinzelte Auelehm-Linsen können auf unter 150 m/s abfallen und erfordern dann eine detaillierte 2D-Profilierung.

Wie lange dauert eine MASW-Messung für ein Einfamilienhaus?

Die Feldarbeit nimmt etwa 90 bis 120 Minuten in Anspruch, inklusive Array-Aufbau und mehreren Anregungszyklen. Die Datenauswertung mit Inversionsrechnung benötigt einen weiteren Arbeitstag. Der Bericht mit Vs30-Profil liegt innerhalb von drei Werktagen nach Messung vor.

Mit welchen Kosten muss ich für eine MASW-Messung in Nürnberg rechnen?

Die Kosten liegen zwischen 1.510 und 2.560 Euro, abhängig von Array-Länge, Anzahl der Messpunkte und ob passiv registriert werden muss. Eine exakte Kalkulation erstellen wir nach Einsicht in den Lageplan und die geologische Voreinschätzung des Grundstücks.

Standort und Servicegebiet

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