Das Stadtgebiet Nürnbergs erstreckt sich auf einer Höhe von 288 bis 407 Metern über Normalnull und wird von der Fränkischen Alb im Osten sowie den Ausläufern des Steigerwalds im Westen flankiert. Was viele Planer überrascht: Trotz der scheinbaren tektonischen Ruhe des Fränkischen Beckens zählt die Metropolregion Nürnberg zu den Zonen der Erdbebenaktivität der Intensität VI–VII nach DIN EN 1998-1/NA. In unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten im Stadtgebiet zeigt sich, dass die heterogenen Keuper-Schichten und die mächtigen quartären Talfüllungen der Pegnitz zu drastischen Unterschieden in den Standortverstärkungsfaktoren führen. Eine generalisierte Gefährdungskarte reicht für die Dimensionierung einer verformungsarmen Gründung nicht aus – erst die seismische Mikrozonierung liefert die ortsaufgelöste Datenbasis, die der Tragwerksplaner für eine wirtschaftliche und normkonforme Bemessung des Bauwerks benötigt.
Die Baugrundverstärkung in Nürnbergs Tälern kann die Bodenbeschleunigung um das Zwei- bis Dreifache erhöhen – ein Faktor, den pauschale Gefährdungskarten nicht abbilden.



