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Bodenverflüssigungsanalyse in Nürnberg: Risiko erkennen, bevor es kritisch wird

Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.

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Der SPT-Energie-Messkoffer, das Scherwellen-Seismometer und die Shelby-Röhren stehen bereit, sobald auf einem Grundstück im Nürnberger Stadtgebiet lockere Sande unterhalb des Grundwasserspiegels angetroffen werden. In Nürnberg – einer Stadt mit rund 540.000 Einwohnern, die auf quartären Talfüllungen der Pegnitz und Rednitz liegt – ist das Thema Bodenverflüssigung kein abstraktes Lehrbuchkapitel. Die sandigen, grundwasserführenden Schichten in Flussnähe, etwa in den Stadtteilen St. Johannis oder Gostenhof, reagieren unter zyklischer Belastung anders als der anstehende Keuper im Osten. Wir führen die Bodenverflüssigungsanalyse nach aktuellem Normenstand durch und kombinieren Felddaten mit Laborwerten, um das Verflüssigungspotenzial standortgenau zu bewerten. Ergänzend setzen wir die CPT-Sondierung ein, wenn ein durchgehendes Profil des Spitzendrucks gefragt ist, und die Korngrößenanalyse zur Bestimmung der Ungleichförmigkeitszahl im Labor.

Nicht jeder Sand verflüssigt sich – erst das Zusammenspiel von Lagerungsdichte, Korngrößenverteilung und Grundwasserstand entscheidet über das Risiko.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

In Nürnberg sehen wir häufig, dass die Grenze zwischen tragfähigem Keuper und verflüssigungsgefährdeten Talsedimenten auf wenigen Metern wechselt. Eine Bodenverflüssigungsanalyse muss diese Inhomogenität abbilden, sonst rechnet man am Bedarf vorbei. Wir arbeiten mit einem gestaffelten Untersuchungsprogramm: zunächst Sondierung und Grundwassermessung, dann Probenahme mit dünnwandigen Entnahmegeräten, schließlich undrainierte zyklische Triaxialversuche im akkreditierten Labor. Die Auswertung nach dem vereinfachten Verfahren gemäß DIN EN 1998-5 liefert den Sicherheitsfaktor gegen Verflüssigung für jedes relevante Schichtpaket. Bei Projekten nahe der Pegnitzauen fließen zusätzlich Ergebnisse aus Schürfgruben ein, um die Schichtlagerung im Aufschluss zu prüfen. Der gesamte Prozess – von der Entnahme bis zum Bericht – folgt den Qualitätsvorgaben eines nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Prüflabors.
Bodenverflüssigungsanalyse in Nürnberg: Risiko erkennen, bevor es kritisch wird
Technische Referenz — Nuremberg

Lokale Besonderheiten

Die Pegnitz und ihre Altarme haben in Nürnberg mächtige sandig-kiesige Ablagerungen hinterlassen, die örtlich unter Druckwasser stehen – ein Wechselspiel, das im Erdbebenfall kritisch wird. Während der Keuper im Osten der Stadt als seismisch unbedenklich gilt, können die wassergesättigten Feinsande im Westen bei einem Bemessungsbeben nach DIN EN 1998-1/NA an Festigkeit verlieren und sich wie eine Flüssigkeit verhalten. Das Gefährdungsbild reicht vom kurzfristigen Tragfähigkeitsverlust flach gegründeter Bauwerke bis zum Horizontalversatz von Pfahlgründungen durch Lateral Spreading. Eine Bodenverflüssigungsanalyse deckt diese Risiken auf, bevor die Bodenplatte betoniert wird. Die Ergebnisse fließen direkt in die Gründungsbemessung ein: Entweder das Fundament wird tiefer in tragfähigen Boden abgesetzt, oder der Baugrund wird durch Rütteldruckverdichtung oder Rüttelstopfverdichtung verbessert.

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Geltende Normen

DIN EN 1998-5:2010-12 (Eurocode 8, Teil 5: Gründungen, Stützbauwerke und geotechnische Aspekte), DIN EN 1998-1/NA:2021-01 (Nationaler Anhang zu Eurocode 8), DIN EN ISO 22476-3 (SPT) und DIN EN ISO 22476-1 (CPT), DIN EN ISO 17892-4 (Korngrößenverteilung), DIN EN ISO/IEC 17025 (Laborakkreditierung)

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Normative GrundlageDIN EN 1998-5:2010-12 (Eurocode 8, Teil 5)
ErkundungsverfahrenSPT nach DIN EN ISO 22476-3, CPT nach DIN EN ISO 22476-1
LaborversuchZyklischer Triaxialversuch (undrainiert), Korngrößenverteilung nach DIN EN ISO 17892-4
BewertungsmethodeVereinfachtes Verfahren nach Seed & Idriss, CSR/CRR-Ansatz
ProbenentnahmeDünnwandige Entnahmegeräte (Shelby), Klasse 1 nach DIN EN ISO 22475-1
UntersuchungstiefeProjektabhängig, typisch 15–25 m unter GOK
BerichtsumfangVerflüssigungspotenzial, Setzungsprognose, Lateral-Spreading-Risiko

Fragen und Antworten

Ist eine Bodenverflüssigungsanalyse in Nürnberg überhaupt notwendig?

Ja, sobald in den Baugrundgutachten wassergesättigte Sande oder Schluffe in geringer Lagerungsdichte angetroffen werden. Nürnberg liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA. In Kombination mit den Talsedimenten von Pegnitz und Rednitz kann das für bestimmte Bauwerksklassen eine rechnerische Gefährdung ergeben.

Welche Parameter fließen in die Bewertung ein?

Maßgebend sind die Lagerungsdichte (aus CPT oder SPT), die Korngrößenverteilung (insbesondere der Feinkornanteil), der Grundwasserstand und die maximale Bodenbeschleunigung am Standort. Im Labor wird die zyklische Scherfestigkeit im undrainierten Triaxialversuch bestimmt.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Verflüssigungsanalyse rechnen?

Je nach Untersuchungsumfang, Anzahl der Sondierungen und Laborversuche bewegt sich der Preisrahmen zwischen €2.010 und €4.260. Eine verbindliche Kalkulation erhalten Sie nach Sichtung der Baugrundvorgutachten.

Was passiert, wenn das Verflüssigungsrisiko zu hoch ist?

Dann planen wir gezielte Gegenmaßnahmen: Tiefgründung mit Pfählen, die unterhalb der kritischen Schicht einbinden, oder eine Baugrundverbesserung durch Rütteldruckverdichtung. Die Wahl der Methode hängt von der Tiefenlage der verflüssigungsgefährdeten Schicht und der Gebäudelast ab.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Nuremberg und Umgebung.

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