Der SPT-Energie-Messkoffer, das Scherwellen-Seismometer und die Shelby-Röhren stehen bereit, sobald auf einem Grundstück im Nürnberger Stadtgebiet lockere Sande unterhalb des Grundwasserspiegels angetroffen werden. In Nürnberg – einer Stadt mit rund 540.000 Einwohnern, die auf quartären Talfüllungen der Pegnitz und Rednitz liegt – ist das Thema Bodenverflüssigung kein abstraktes Lehrbuchkapitel. Die sandigen, grundwasserführenden Schichten in Flussnähe, etwa in den Stadtteilen St. Johannis oder Gostenhof, reagieren unter zyklischer Belastung anders als der anstehende Keuper im Osten. Wir führen die Bodenverflüssigungsanalyse nach aktuellem Normenstand durch und kombinieren Felddaten mit Laborwerten, um das Verflüssigungspotenzial standortgenau zu bewerten. Ergänzend setzen wir die CPT-Sondierung ein, wenn ein durchgehendes Profil des Spitzendrucks gefragt ist, und die Korngrößenanalyse zur Bestimmung der Ungleichförmigkeitszahl im Labor.
Nicht jeder Sand verflüssigt sich – erst das Zusammenspiel von Lagerungsdichte, Korngrößenverteilung und Grundwasserstand entscheidet über das Risiko.



