Solide Grundlagen. Solide Entscheidungen.
MEHR ERFAHRENIn-Situ-Prüfungen sind das Rückgrat einer jeden verlässlichen Baugrundbeurteilung. Anders als Laborversuche an entnommenen Proben erfassen sie den Boden in seinem natürlichen, ungestörten Zustand direkt vor Ort. In einer dynamischen Stadt wie Nürnberg, die durch kontinuierliches innerstädtisches Wachstum und infrastrukturelle Großprojekte geprägt ist, sind diese direkten Aufschlüsse unverzichtbar. Sie liefern die belastbaren Kennwerte, die für die sichere Bemessung von Gründungen, die Beurteilung der Standsicherheit und die wirtschaftliche Optimierung von Bauvorhaben notwendig sind.
Die geologischen Bedingungen im Nürnberger Raum stellen besondere Anforderungen an die Erkundung. Weite Teile des Stadtgebiets sind von den sandig-kiesigen Ablagerungen der fränkischen Keuperzeit und quartären Flussterrassen der Pegnitz bedeckt. Diese heterogenen, oft locker gelagerten Böden wechseln sich mit bindigen Schichten wie dem tonig-schluffigen Burgsandstein ab. Lokal können zudem künstliche Auffüllungen aus der langen Siedlungsgeschichte oder den Kriegszerstörungen angetroffen werden. Diese Variabilität macht pauschale Annahmen unmöglich und erfordert eine punktgenaue Erkundung durch Feldversuche, um Tragfähigkeit und Verformungsverhalten präzise zu bestimmen.
In Deutschland ist die Durchführung von In-Situ-Prüfungen streng in technischen Regelwerken verankert. Maßgebend sind die Normen des DIN-Handbuchs 'Erkundung und Untersuchung des Baugrunds', insbesondere die DIN EN ISO 22476-Reihe sowie die DIN 18134 für den Plattendruckversuch (PLT). Die Ergebnisse fließen direkt in die geotechnischen Nachweise nach Eurocode 7 (DIN EN 1997) und die ergänzende DIN 1054 ein. Die Einhaltung dieser Normen ist nicht nur eine Frage der Qualitätssicherung, sondern auch eine verbindliche Grundlage für die Standsicherheitsnachweise, die von den zuständigen Bauaufsichtsbehörden in Nürnberg und Bayern geprüft werden.
Die Anwendungsbereiche sind vielfältig und reichen vom klassischen Hoch- und Industriebau über den anspruchsvollen Verkehrswegebau bis hin zu speziellen Tiefbaumaßnahmen. Bei der Verdichtungskontrolle von Leitungsgräben oder der Hinterfüllung von Brückenbauwerken ist die Felddichtebestimmung (Sandkegelverfahren) die anerkannte Methode, um den erreichten Verdichtungsgrad nachzuweisen. Für die Beurteilung der Versickerungsfähigkeit von Niederschlagswasser, ein zunehmend kritisches Thema in der wassersensiblen Stadtentwicklung, sind Felddurchlässigkeitsversuche (Lefranc/Lugeon) unerlässlich. Jeder dieser Versuche liefert einen spezifischen Mosaikstein für ein vollständiges Baugrundmodell.
In-Situ-Prüfungen sind unverzichtbar, wenn der natürliche Bodenzustand ungestört erhalten bleiben muss, etwa bei locker gelagerten Sanden oder klüftigen Felsformationen, die in Nürnbergs Keuperböden häufig vorkommen. Sie liefern direkte Kennwerte für die gesamte Schicht, während Laborproben oft nur einen kleinen, potenziell gestörten Ausschnitt repräsentieren. Sie sind daher die erste Wahl für Tragfähigkeits- und Verformungsnachweise.
Für den standardisierten Nachweis der Verdichtung von Böden im Erdbau ist in Deutschland die Felddichtebestimmung nach dem Sandkegelverfahren gemäß DIN 18125-2 weit verbreitet. In Nürnberg wird dieser Versuch häufig von den Bauaufsichten als Abnahmekriterium für die ordnungsgemäße Verdichtung von Leitungsgräben und Arbeitsräumen gefordert, um spätere Setzungen zu vermeiden.
Die Anzahl der Aufschlusspunkte richtet sich nach der Bauwerksklasse und den Baugrundverhältnissen, nicht nach einer fixen Zahl. Gemäß DIN 4020 und geotechnischer Kategorie (meist GK 2) sind für ein Einfamilienhaus mindestens drei bis fünf direkte Aufschlüsse in Kombination mit schweren Rammsondierungen üblich. Die genaue Festlegung erfolgt durch den Geotechniker im Erkundungsprogramm.
Die Durchführung des statischen Plattendruckversuchs ist in Deutschland durch die Norm DIN 18134:2012-04 'Baugrund - Versuche und Versuchsgeräte - Plattendruckversuch' standardisiert. Sie legt den genauen Versuchsablauf, die Geräteanforderungen und die Auswertung der Ergebnisse fest. Der daraus ermittelte Verformungsmodul ist ein zentraler Kennwert für die Bemessung von Verkehrsflächen und Gründungen.
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