Ein Hotelneubau nahe des Nürnberger Hauptbahnhofs, zwölf Stockwerke, direkt an der U-Bahn-Trasse. Der Baugrund? Flusskiese, Auffüllungen aus der Nachkriegszeit und darunter verwitterter Keuperfels. Eine Flachgründung war wegen der Setzungsdifferenzen und der Nachbarbebauung unmöglich. Wir haben die Pfahlgründungsbemessung für 87 Bohrpfähle durchgeführt, Lasten von 4,2 MN pro Pfahl. In der Nürnberger Innenstadt begegnen wir dieser Konstellation ständig: heterogener Untergrund, hohe Bauwerkslasten und enge Platzverhältnisse. Die Pfahlbemessung muss hier zwei Dinge leisten – die vertikale Last sicher in den tragfähigen Horizont abtragen und die Horizontalverschiebung aus Wind und Bahnerschütterung begrenzen. Unser Team arbeitet mit Drucksondierungen und CPT-Versuchen, um die Mantelreibung in den quartären Kiesen exakt zu bestimmen, bevor wir überhaupt mit der Bemessung beginnen.
Im Nürnberger Keuper kann die Mantelreibung eines Bohrpfahls je nach Verwitterungsgrad zwischen 120 und 380 kN/m² variieren – eine pauschale Annahme führt sofort zu unwirtschaftlichen Pfahllängen.



